Kurzantwort#
Sobald mehrere Projekte denselben Personenstamm, dieselben Qualifikationen oder dieselben Maschinen teilen, reicht ein einzelner Balkenplan nicht mehr aus. Entscheidend wird, was hinter den Balken liegt: ein gemeinsamer Ressourcenpool, projektuebergreifende Konflikterkennung und klare Prioritaetsregeln.
Wer dies nur visuell in mehreren parallelen Balkenplaenen abbildet, verschiebt das Problem auf den Tag, an dem die Doppelbuchung sichtbar wird – meistens zu spaet.
Der typische Auslöser#
Multiprojektplanung wird relevant, wenn:
- zwei oder mehr Projekte parallel laufen,
- dieselben Mitarbeiter in mehr als einem Projekt vorkommen,
- Engpass-Qualifikationen wie Inbetriebnahme, Pruefingenieur oder Konstruktion gefragt sind,
- Lieferzusagen an mehreren Kunden hintereinander gehalten werden muessen.
Jede einzelne Projektplanung wirkt fuer sich genommen sauber. Erst die Konsolidierung zeigt, ob die Summe ueberhaupt machbar ist.
Drei Sichten, die zusammengehoeren#
| Sicht | Funktion |
|---|---|
| Einzelprojekt-Plan | Vorgaenge, Termine, Abhaengigkeiten innerhalb eines Projekts |
| Portfolio-Sicht | Sammelbalken pro Projekt, Meilensteine, Lieferzusagen |
| Ressourcenpool-Sicht | Personen, Qualifikationen, Buchungen aus allen Projekten je Zeitfenster |
Fehlt die Ressourcenpool-Sicht, sind Konflikte zwischen Projekten nicht erkennbar. Fehlt die Portfolio-Sicht, fehlt die Steuerungsebene. Fehlt der Einzelprojekt-Plan, fehlt die operative Basis.

Was im Multiprojektbetrieb regelmaessig schiefgeht#
Acht typische Symptome aus Mittelstands-Projektportfolios:
- Mitarbeiter werden in zwei Projekten gleichzeitig fest verplant, ohne dass es jemandem auffaellt.
- Engpass-Qualifikationen werden systematisch ueberbucht.
- Aenderungen in einem Projekt schlagen unbemerkt in andere Projekte durch.
- Urlaubsplanung kollidiert mit Terminzusagen, weil keine integrierte Kalendersicht existiert.
- Statusberichte zeigen alle Projekte “im Plan” – und Liefertermine rutschen trotzdem.
- Niemand kann fundiert entscheiden, ob ein neuer Auftrag noch eingeplant werden kann.
- Prioritaeten werden nicht konsistent angewendet, weil Konflikte erst auftauchen, wenn sie eintreten.
- Wechselnde Projektleiter erben Plaene, die niemand mehr nachvollziehen kann.
Jeder dieser Punkte zeigt dasselbe Grundproblem: die Vorgaenge sind geplant, die geteilten Ressourcen nicht.
Prioritaeten und Konfliktloesung#
Wer mehrere Projekte fuehrt, braucht klare Regeln fuer den Konfliktfall:
- Projektprioritaet als Hauptkriterium (z. B. strategisch wichtig, Liefertermin extern, Kundenbindung),
- Vorgangspriorisierung innerhalb des Projekts (Meilenstein vs. Detailtaetigkeit),
- Verschiebungsregeln (welches Projekt verschiebt, wenn die Engpassressource fehlt),
- Was-waere-wenn-Szenarien vor jeder Aenderung am Portfolio.
Diese Regeln muessen explizit hinterlegt sein, sonst wird der Konflikt implizit – und damit politisch – geloest.
Was eine tragfaehige Loesung leisten muss#
Fuenf Mindestanforderungen im Multiprojektbetrieb:
- ein gemeinsamer Ressourcenpool, auf den alle Projekte zugreifen,
- Konflikterkennung in Echtzeit, sobald eine Buchung kollidiert,
- Prioritaetslogik, die Verschiebungen nachvollziehbar macht,
- eine Portfoliouebersicht, die Sammelbalken pro Projekt mit Engpassindikatoren verbindet,
- Szenarien, die Veraenderungen vor der Freigabe testen lassen.
Eine reine Sammlung von Einzelplaenen erfuellt keinen dieser Punkte.
Sinnvolle Loesung#
Multiprojektplanung gehoert in ein Werkzeug, das alle Projekte gegen denselben Ressourcenpool rechnet. Rillsoft Project ist genau dafuer ausgelegt:
- Multiprojektmanagement-Software beschreibt die Logik aus gemeinsamen Pool, Prioritaeten und Portfolio.
- Ressourcenplanung-Software liefert die Stammdaten- und Kalenderbasis.
- Kapazitaetsplanung-Software zeigt, wie Engpaesse projektuebergreifend sichtbar werden.
Weiterlesen#
- Balkenplan und Ressourcenplanung – die Daten- und Modellbasis hinter dem Portfolio.
- Welche Software ist sinnvoll fuer Balkenplan? – Auswahlkriterien fuer den Multiprojektfall.
- Typische Fehler in der Terminplanung – warum schoene Plaene im Tagesgeschaeft scheitern.